Abstrakte Illustration dreier DNA_Straenge in Cyan und Orange

Alte Erfahrungen sitzen tief

Nein-sagen und das geistige Fegefeuer

Kommt dir folgender Satz bekannt vor?

„Jetzt habe ich wieder zugesagt, dabei wollte ich doch gar nicht mehr hingehen/ helfen/ zuhören/ mitmachen/ unterstützen“, etc. .

Wie verrückt ist es, dass viele Menschen aufgrund der familiären und gesellschaftlichen Konditionierung nicht Nein sagen können. Oder wirklich glauben, im Fegefeuer zu landen, wenn sie es doch tun!

Ja, Fegefeuer. Der Begriff fiel tatsächlich einmal in einem Coaching und ich dachte, das ist eine perfekte Beschreibung für das Gefühl, entgegen innerer Glaubenssätze zu handeln – egal ob sie nun bewusst sind oder nicht.

Ich bin sicher, du hast deine eigene Übersetzung für Fegefeuer. Zum Beispiel könnte das bedeuten

  • nicht mehr gemocht zu werden,
  • nicht mehr dazu zu gehören
  • unmenschlich zu wirken
  • skeptisch hinterfragt zu werden
  • oder gänzlich von Ressourcen und Information getrennt zu sein.

Wer schon wegen einem oder mehreren Neins im Fegefeuer gelandet ist, wird wissen, dass es oft leichter ist, Ja zu sagen. Sogar dann, wenn das definitiv negative Konsequenzen hat wie Selbstausbeutung und Überschreiten der eigenen Grenzen.

Auch wenn wir längst erwachsen sind, können wir dieses Risiko oft nicht eingehen. Und auch wenn der Kopf hundertmal weiß, dass es richtig wäre, Nein zu sagen – das Fegefeuer hat zu viel Power.

Drehen wir es doch mal um und schauen nach den positiven Seiten.

Im Schamanischen ist das Feuer der große Transformator, es reinigt und läutert: Wahres bleibt – Unwahres verbrennt.

Das kann schon schmerzhaft sein, denn dort verbrennen Illusionen, Wunschbilder und falsche Vorstellungen, an denen wir festhalten. Für jedes Festhalten gibt es einen guten Grund. Wie der Name schon sagt, bietet Festhalten inneren Halt – gefühlt oft überlebenswichtigen Halt.

Sich in das Feuer hinein zu wagen bedeutet, vorübergehend auf diesen Halt zu verzichten, zu vertrauen, bereit zu sein, der reinen Wahrheit zu begegnen. Wenn wir sie sehen und erfahren, sind wir zunehmend nicht mehr manipulierbar. Auch nicht durch unsere eigenen Ängste und Schuldgefühle.

Hab Mut, sag nein.
Stürz‘ dich in das Feuer rein …

… und komme gestärkt wieder heraus.

 

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