Der Begriff „Coaching“…

… bedeutet hier im weitesten Sinne, nach innen zu schauen und sich dabei begleiten zu lassen. Nach innen zu schauen macht dann Sinn, wenn es im Außen partout nicht weitergeht. Wenn man mit seinem Latein am Ende ist und feststellt, dass alles, was normalerweise gut funktioniert hat, gerade nicht mehr richtig funktioniert. Es macht auch dann Sinn, wenn sich ganz einfach ein Bedürfnis danach entwickelt hat.

Die Art der Innenschau im Coaching variiert hier. Manch einer geht nach einer inneren Reise mit einem Krafttier wieder zur Tür hinaus. Jemand anders klärt sich durch ein reines Gespräch („reset“), wieder jemand anders braucht vollkommene Stille um an nie gesehene und doch zutiefst persönliche Bilder heran zu kommen.

Wie luftig ein Coaching bleibt oder wie tief es geht, hängt natürlicherweise damit zusammen, dass jeder Mensch anders ist und an einem anderen Punkt im Leben steht. Mal geht es darum, eine einzelne, wichtige Frage zu klären. Mal wird etwas tiefer gegraben und in mehreren Sitzungen auf verschiedenen Ebenen klar Schiff gemacht.

Es gibt keine Vorgaben, schon gar kein „Chakka, du schaffst es“, außer jemand braucht  den Impuls, weil er einen Berg versetzen will (oder muss). Ein Coaching hier ist immer ein weiterer Schritt zu sich selbst, zur Erschließung neuer innerer Qualitäten und größerem Einklang mit sich selbst.

Alles ist besser …

… nach einer Massage bei meiner Kollegin und Bodyworkerin Christina Rappich.

So sieht das auch einer der Dauergäste, mit dem ich mir die Klinke in die Hand gebe.
„Hi, wie geht‘s?“ frage ich.
„Ja, jetzt natürlich gut“, sagte er. „Vorher hätte ich dir was ganz anderes erzählt.“

Unter einem großen Badetuch auf Massagebank liegend, entspanne ich mich schon vorab. Christina beginnt die Massage immer, indem sie einem ihre Hände für einen Moment auf den Rücken legt. Es wird dann außen und innen ganz still. Mit einer Mischung aus leichterem und stärkerem Druck arbeitet sie sich Schicht für Schicht von der Oberfläche in die Tiefe vor.

Meistens befinde ich mich nach drei Minuten fast im Halbschlaf und erfahre die Massage unter zeitweisem Wegdämmern. Rücken und Kreuzbein bekommen eine ausführliche Behandlung – auch ich sitze viel am Computer. Auf manche Punkte drückt Christina jetzt fester, manchmal ist es fast schmerzhaft und gleichzeitig immer angenehm.
Kraft wie zehn Maurer„, lautet das Feedback einer anderen Klientin.

Der Rücken wird wieder zugedeckt und es geht weiter mit dem linken Bein. Zunächst mit dem Fuß, dann mit Wade und Oberschenkel. Das Gleiche auf der rechten Seite. Anfangs war ich kitzelig an den Füßen. Irgendwann ging das einfach weg – so dass ich auch die Fußmassagen rundum genießen konnte.

Halbzeit. (Jedenfalls wenn man 60 Minuten bucht.) Christina hält das Badetuch wie einen Vorhang hoch und ich drehe mich auf den Rücken. Vom Kopfende aus wird jetzt an den Schultern und am Nacken gearbeitet. Anschließend massiert sie die Arme und dann noch einmal die Oberseite der Füße sowie die Schienbeine. Die Intensität und der Fokus variieren von Massage zu Massage leicht, intuitiv werden jeweils andere Punkte eingehender behandelt, mal am Kreuzbein, mal am Nacken, mal an den Füßen.

Zugedeckt bleibe ich nach dem Ende der Massage noch einige Minuten in Stille liegen und „lausche nach“. Manchmal wird mir eine angenehme Erschöpfung bewusst. Manchmal bin ich auch munter, immer jedenfalls offen, friedlich und gelassen. Die Wirkung reicht weit in die nächsten Tage hinein. Ich selber erlebe die Massagen auch wie eine emotionale Reinigung. Einmal hatte ich vom ausdauernden Renovieren einen lahmen Arm, der einschlief, sobald ich ihn hob. Am Schulterblatt war die betroffene Stelle gewesen, die Christina in der Massage gefunden hat.

Wer will, kann nach der Massage ein kurzes Gespräch führen. Das ist ganz schön, weil es wie eine Schleuse zur Außenwelt funktioniert. Christina interpretiert nichts, es sei denn, die Massagen werden mit Coachings kombiniert. In dem Fall erhält man auf Wunsch Anregungen und Hinweise zu persönlichen Prozessen, die der Körper spiegelt.

Eine einzelne Massage erzeugt tiefe körperliche und seelische Entspannung. Regelmäßig genossen, steigert sich das Wohlbefinden nachhaltig. Der gute Effekt ist denkbar leicht herzustellen – und hat keinerlei Nebenwirkungen.

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Stress loslassen – „Hug the moment“

Stress schlägt auf den Körper und mündet auf Dauer in Krankheit, das ist inzwischen bekannt. Weniger bekannt ist es, dass insbesondere chronischer Stress sogar das Gehirnvolumen verkleinert.

Um langfristig die optimale Kapazität und Leistungsfähigkeit des Gehirns zu erhalten, lohnt es sich daher, ein wenig Recherche zu betreiben, um herauszufinden, was einen wirklich entspannt und was einem Freude macht. Es kann sein, dass das gar nicht so leicht zu beantworten ist. Die meisten Menschen können viel besser sagen, was sie nicht wollen.

Good news: Auch nach langen Stresszeiten ist nicht alles zu spät. Es gibt Untersuchungen die belegen, dass Meditation und Achtsamkeitsübungen die Gehirnzellen wieder aufbauen. Man hört auf, sich gedanklich in der Vergangenheit oder in der Zukunft zu befinden und holt den Geist immer wieder ins Hier und Jetzt zurück – hug the moment.

Praktisch: Man braucht niemand anderen für die Umsetzung als sich selbst.

„Schlechtes Öl“ und das wissende Feld

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Mit Figuren oder Gegenständen lässt sich jede denkbare Situation aufstellen und neu erleben. Man kann sie zum Beispiel aus verschiedenen Perspektiven betrachten, Veränderungen darin vornehmen oder nachempfinden, wie es jemand anderem aus seiner Position erging. So finden sich Lösungen, die in der realen Begebenheit nicht sichtbar oder verfügbar waren.

Manchmal zieht die Wirkung von Aufstellungen sogar noch weitere Kreise. So habe ich es einmal erlebt:

In den Jahren 2008 bis 2011 habe ich in der ambulanten Familienhilfe gearbeitet. Bei einer der Supervisionssitzungen schilderte ich die wenig glückliche Kommunikation mit einer Sozialarbeiterin vom Jugendamt. Anschließend stellte ich das System mit Figuren auf. Ich fand eine unerwartete, gute Lösung und mir ging es wieder gut.

Begeistert berichtete ich meinen Freunden abends in einem Restaurat von dem durchschlagenden Effekt der Supervision. Mittels Essig, Öl, Salz und Pfeffer simulierte ich auf unserem Tisch die Situation ein weiteres Mal. Das Öl stand für die Sozialarbeiterin. Höflich umschrieb ich deren latente Angriffe auf mich. Bevor ich die Lösung komplett erzählen konnte, kam urplötzlich einer der Kellner an unserem Tisch vorbeigerauscht, griff gezielt nach dem Öl und nahm es mit den Worten „das da ist schlecht“ weg.

 

Frosch- und Regenhymne

Frosch

Ich liebe den Regen – insbesondere bei diesen warmen Temperaturen. Es ist, als ob die Schleusen offen sind und es tut so gut, wenn alles fließt, egal ob es Tränen, Freude, florierende Geschäfte, Kommunikation oder was auch immer ist. Und es duftet so herrlich, wenn das Grün kräftig und frisch ist und die Blüten aufgehen.

So wie die Luft vom Wasser gereinigt wird, steht auch der Frosch als Krafttier für Reinigung auf allen Ebenen, physische, geistige und insbesondere emotionale. Frösche und Kröten tauchen wie aus dem Nichts auf, wenn der Regen kommt. Eine gute Gelegenheit, sich jetzt mit den heilenden Kräften der Frösche zu verbinden und emotionale Lasten wegspülen zu lassen.

Eins meiner liebsten Regenlieder heißt ganz schlicht „Es regnet“ von Stella Freund und Tirza Marx mit den Kindern vom Kleistpark. Unendlich schön!

Das Licht am Ende des Tunnels

Entspannen & Loslassen (2)

Fingergemalt auf I-pad (c)SofieHein

Eine Managerin befand sich in einem tiefgreifenden Veränderungsprozess. Sowohl beruflich als auch persönlich. Die Begleitung lief schon seit einigen Monaten. Es zeichnete sich Besserung ab,  jedoch noch keine Klärung für zukünftiges Handeln.

In der vorletzten Sitzung fand sie sich in einem dunklen Tunnel wieder. Die Füße taten ihr weh vom Laufen. Sie konnte das Licht am Ende schon sehen, stellte aber fest, dass sie viel erschöpfter war, als sie gedacht hatte, nämlich völlig erschöpft. Ein innerer Grundsatz hatte sie weiter nach vorn getrieben. Er wollte, dass sie alles alleine regelt.

Sie stoppte den inneren Befehl und ließ sich von einer unbekannten Gestalt aus dem Tunnel hinausziehen. Es war neu für sie, nicht alles zu steuern und es wurde immer schöner. Aus der entspannten Perspektive sah sie, dass draußen eine Grundlage sein würde, um eine wichtige Entscheidung zu treffen – und so war es dann auch.

Hallo Klarheit – Das Selbstführungstool

Mehr erreichen mit weniger Stress

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Foto: Sonderwoman Photography

Bevor das neue Jahr anfängt, stelle ich hier schnell noch Klarheit vor, einen brandneuen Kalender. Das Besondere: Er ist gleichzeitig als Selbstführungstool konzipiert.

Ich bin durch eine Crowdfundingkampagne darauf aufmerksam geworden und war gleich begeistert, wie intelligent das Tool strukturiert ist. Es hilft, sich nicht ablenken zu lassen und unterstützt einen dabei, den Fokus zu finden und zu halten. Auf den ersten Seiten sind gezielte Fragen, zu denen in vorbereiteter Reihenfolge Antworten aufgeschrieben und gemalt (!) werden können.

Die drei zentralen Fragen

  • Wo stehe ich?
  • Was sind meine Ziele?
  • Wie kann ich sie erreichen?

begleiten einen dann das ganze Jahr hindurch. Gedanken, Ideen und Erfolge werden dokumentiert. Die Antworten werden dann im Laufe des Jahres immer klarer.

Ich persönlich finde auch gut, dass der Umgang mit Zeit berücksichtigt wird. Wer will, kann nämlich die geschätzte Zeit für geplante Aktionen eintragen und später nachschauen, ob die Einschätzung realistisch war. „Klarheit“ beinhaltet außerdem wöchentliche Inspirationen und monatliche Geschichten … und ist bildschön.

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Foto: Sonderwoman Photography

Brüllen – Waldspaziergang ganz anders

Wald_Brüllen

In den Wald gehen und sich richtig die Seele aus dem Leib brüllen? Mit einem Knüppel auf die abgestorbenen Äste der Bäume einprügeln und sie vom Stamm schlagen? Das hört sich erstmal verrückt an, ist es aber nicht. Im Gegenteil, denn alles, was der Geist erlebt und nicht verarbeitet hat, hält der Körper fest. Entsprechend kann der es auch wieder freigeben.

Wer also schon lange etwas mit sich herumschleppt oder sich innerlich klären möchte, ist hier genau am richtigen Ort. Unter Leitung von Antje Baubkus ist es nämlich möglich, sich am Rand von Berlin im Wald buchstäblich freizubrüllen.

Das geht natürlich auch auf dem Fußballfeld oder beim Rockkonzert. Was ist also ist das Besondere am Brüllen im Wald?

Stiller blauer See – Prioritäten in Sicht

Praxisbeispiel – Entspannen & loslassen (1)

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Eine Erzieherin stand beruflich und privat unter hohem Druck und formulierte so viele verschiedene Themen, dass ich für jedes einzelne gleich mehrere Coachings hätte veranschlagen können. Als sich auch am Ende ihrer Schilderungen keine Priorität für eines der Themen erkennen ließ, begannen wir mit einer entspannenden Meditation.

Da erschien ein stiller, sehr weiter See. Es tat ihr so sehr gut, sich darin treiben zu lassen, dass wir nur ganz wenig sprachen. Während sie sich auf dem weiten blauen See entspannte, waren zunächst auch alle ihre Themen da. Nach und nach trieben viele von ihnen weg, bis sie ganz außer Sicht waren, andere blieben.

Wegen dem hohen Druck, der sich durch fortwährendes Arbeiten und die zeitgleiche Bewältigung neuer Herausforderungen aufgebaut hatte, hatte sie keinen Zugriff mehr auf ihre ureigene Fähigkeit, Prioritäten zu erkennen und wichtig von unwichtig zu unterscheiden gehabt. Während der Sitzung kam die Erinnerung daran wieder ins Bewusstsein zurück.

Sie erschuf sich im Alltag Ruheinseln, die dem stillen See glichen und konnte so ihre verlorene Fähigkeit wieder aktivieren und verankern.